Weltenbrand ist ein Versuch, das Unbegreifliche dieser europäischen Katastrophe fassbarer zu machen; die Annäherung an eine Generation, „die vom Kriege zerstört wurde, auch wenn sie den Granaten entkam“ (Erich Maria Remarque).

„Atmosphärisch zuweilen auf das Äußerste verdichtet, ist „Weltenbrand“ das wohl beklemmendste Stück Erinnerungsarbeit zum Ersten Weltkrieg, das Hamburg im Gedenkjahr 2014 zu bieten hat. Der Zivilisationsbruch jener mörderischen Jahre, er wird körperlich spürbar.“  – taz

„Mit ganz wenigen Mitteln beweisen die drei Schauspieler Michael Bideller, Oliver Hermann und Markus Voigt unter der Regie von Erik Schäffler, dass eine kleine Form größtmögliche Wirkung erzielen kann, wenn das Zusammenspiel von Text-, Musik-, Klang- und Bildelementen dramaturgisch klug verzahnt wird.“ – Hamburger Abendblatt

„Die 80-minütige Aufführung ist kein leicht verdaulicher Brocken, sondern ein Statement über die Sinnlosigkeit des Krieges – und damit ein zeitloses Stück für Zuschauer ab 16 Jahren.“ – Hamburger Morgenpost

„Die drei Schauspieler nehmen die Zuschauer gefangen!“ – NDR 90.3

„Mit einer Montage aus zeitgenössischen Texten, Bildern und Musik sowie beeindruckend intensivem Spiel erschaffen die Schauspieler und Musiker Michael Bideller, Oliver Hermann und Markus Voigt unter der Regie von Erik Schäffler ein verstörendes Bild des Kriegsgrauens mit Retardwirkung.“ – Die Rheinpfalz

„Diejenigen, die die rund 80-minütige Collage sahen und noch sehen werden, dürften mehr Verständnis für eine Generation haben, die ein Opfer der Verhältnisse wurde – und gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen zum Innehalten mahnt. Denn Adolf Reisiger ist eine zeitlose Figur: sympathisch, aber obrigkeitsgläubig, optimistisch, aber ein wenig naiv – und deshalb der ideale Freiwillige, der wie so viele Deutsche glaubte, dass bis Weihnachten alles vorbei ist. “ – Rhein-Zeitung

„Der Krieg mit all seinem Irrsinn wird hier zu einem eindrucksvollen Kammerspiel mit drei Protagonisten.“ – BuchMarkt

„Sich an Edlef Köppens Roman „Heeresbericht“ von 1930 orientierend und mit Fotos und Bildern angereichert, beispielsweise den irremachenden Zeichnungen von Otto Dix, mit historischen Reden, mit Musik und Ton, ist den drei Akteuren ein wahres Meisterwerk gelungen. Die Inszenierung, so dicht, dass sie unweigerlich fesselt, sie rüttelt auf.“ Wetterauer Zeitung

VOR HUNDERT JAHREN brach mit dem Ersten Weltkrieg die Urkatastrophe über den europäischen Kontinent herein. Sie dauerte vier Jahre. Er war der erste „moderne“ Krieg, gekennzeichnet durch die Mobilmachung aller menschlichen, wirtschaftlichen und industriellen Ressourcen. An den Fronten im Osten wie im Westen verwüstete er weite Landstriche und trieb ganze Provinzen in den Ruin. Drei Kaiserreiche tilgte er von der politischen Landkarte. Fast zehn Millionen Soldaten verloren in ihm ihr Leben – Menschen jeglicher Nationalität, Herkunft, Religion und Hautfarbe. Sie kamen aus Europa und Nordamerika, aus den Ländern des Commonwealth und den Kolonien in Afrika, Indien und Ostasien. Sie waren Söhne, Brüder, Ehemänner und Väter. Dazu kamen ca. fünf Millionen tote Zivilisten: Kinder, Frauen, alte Menschen.

Die Kämpfe insbesondere an der Westfront waren geprägt durch neu entwickelte und erbarmungslos eingesetzte Waffentechniken: moderne Artillerie, Minen, Panzer, U-Boote, Zeppeline, Flugzeuge, Flammenwerfer, Giftgas. Der Tod wurde zum Ingenieur, der Soldat zum Bediener einer Maschine – und zu ihrem Opfer. Unzählige Männer erlitten schwerste Verletzungen, mussten fortan mit verstümmelten Körpern, entstellten Gesichtern oder schwersten psychischen Traumata weiterleben.